Miniphänomenta

Bei der „MINIPHÄNOMENTA“ handelt es sich um 52 einfache Experimente für Schulflur, Pausenhalle und Klassenzimmer, die von Prof. Dr. Lutz Fiesser, Universität Flensburg, entwickelt und erprobt wurden. Die Kinder entdecken an den verschiedenen Experimentierstationen spielerisch naturwissenschaftliche Phänomene.

Während der zweiwöchigen Ausstellung mit den von der Universität Flensburg entliehenen interaktiven Experimentierstationen,  hatten die Schülerinnen und Schüler Zeit zum Erleben und Erproben naturwissenschaftlicher Phänomene. Nachweislich fördert der freie Umgang mit den Stationen das Lernklima, es entwickelt sich ein tragfähiges Fundament von Erfahrungen und die Kinder lernen mit Kopf und Hand. Nach der zweiwöchigen Probeausstellung bauten Eltern einige Stationen für unsere Schule selbst nach.

Zwei Lehrkräfte der Grundschule Isselhorst nahmen an der mehrtägigen Lehrerfortbildung teil, die Voraussetzung für die Teilnahme an der Miniphänomenta ist. Dort wurden grundlegende Fachkenntnisse und pädagogische Konzepte für den Unterricht vermittelt.

So waren die Voraussetzungen erfüllt, dass im Februar 2010 von der Universität Flensburg 25 entliehene Experimentierstationen in der Grundschule Isselhorst allen Schülerinnen und Schülern zwei Wochen lang zum Staunen, Erleben und Erforschen zur Verfügung standen.

An jedem Schultag hatte jede Klasse eine Stunde pro Tag die Möglichkeit die „Miniphänomenta“ zu nutzen. Die Begegnung mit den Phänomenen erfolgte auf zwei verschiedene Arten:

Besprechung eines Phänomens im Klassenverband

Ein Phänomen wurde in die Klasse geholt und gemeinsam mit allen Kindern ausprobiert, beobachtet, besprochen, verändert, … . Die Schülerinnen und Schüler saßen dabei im Sitzkreis um das Phänomen herum. Sie erprobten das Modell und beschrieben ihre Ideen und Gedanken.

Der Umgang mit dem jeweiligen Phänomen folgte den Grundsätzen des genetischen Unterrichts nach Wagenschein. Ziel sollte es nicht  sein, am Ende der Stunde eine richtige physikalische bzw. chemische Erklärung für das Phänomen zu liefern! Vielmehr sollten alle Schülerinnen und Schüler verstehen, es sollte ein gemeinsamer Konsens zur Erklärung des Phänomens gefunden werden, das Phänomen sollte mit den im Raum vorhandenen Möglichkeiten (dem Vermögen der Teilnehmer) „verstanden“ und erforscht werden.

„Forscherreise“ im Schulgebäude

Überall im Schulgebäude waren die Phänomene aufgebaut und luden die Schülerinnen und Schüler zum Experimentieren ein. In speziellen „Forscherreise-Stunden“ konnten die Kinder einer Klasse sich frei in der Schule bewegen und den Phänomenen ganz individuell begegnen.

In der ersten „Forscherreise“-Stunde sollten die Kinder die Möglichkeit der Begegnung und des ausprobierenden Spielens mit den Phänomenen haben. In allen folgenden „Forscherreise“-Stunden beschäftigten die Kinder sich allein oder in Gruppen mit einem Phänomen, das sie interessierte. Sie notierten ihre Gedanken/Ideen/Beobachtungen/ Experimente/Vorgehensweisen/… zu einem Phänomen in ihrem „Forscherreise“-Buch. So entstand im Laufe der Miniphänomenta-Zeit ein individuelles „Forscherreise“-Buch, in dem jedes Kind seinen Umgang mit einem Phänomen notierte bzw. seine Gedanken zu mehreren Phänomenen festhielt.

Mit den Mini-Phänomenen wollten und wollen wir

  • neugierig machen
  • unmittelbare Erlebnisse mit allen Sinnen ermöglichen
  • entdecken und erleben in Kombination von Denken und Handeln ermöglichen
  • neue Zugänge zu Naturwissenschaften und Technik ermöglichen
  • die Entwicklung eigener Fragestellungen fördern
  • die Entwicklung von Problemlöseverhalten anstoßen

Zum Abschluss der Wanderausstellung wurde ein Tag der offenen Tür für Eltern und Geschwister veranstaltet, bei dem die Kinder die Möglichkeit hatten, mit ihren Eltern, Geschwistern und Großeltern gemeinsam abschließende Entdeckungen zu machen, gemeinsam zu staunen und sich über „Erklärungen“ für die beobachteten Phänomene auszutauschen.

Nachbau von Experimentierstationen durch Eltern der  Schule

Schon während des Tages der offenen Tür haben wir Eltern gesucht, die Interesse daran hatten mit ihren Kindern gemeinsam ein Miniphänomen für die Grundschule Isselhorst nachzubauen.

Eine Gruppe von zehn Familien und drei Lehrkräften hat sich an der Organisation für den Nachbau und der Durchführung des Nachbaus einiger Phänomene beteiligt, so dass uns nun dauerhaft die folgenden zehn Experimentierstationen zur Verfügung stehen:

„Der längste Weg“ (Experimentierstation Nr. 4)

„Reibungskraft“ (Experimentierstation Nr. 5)

„Kugelrallye“ (Experimentierstation Nr. 9)

„Bleistifttonleiter“ (Experimentierstation Nr. 10)

„Farbige Schatten“ (Experimentierstation Nr. 17)

„Galileibahn“ (Experimentierstation Nr. 18)

„Lissajoufigur“ (Experimentierstation Nr. 22)

„Kugelrampe“ (Experimentierstation Nr. 32)

„Magnetische Felder“ (Experimentierstation Nr. 33)

„Gewichtsverlust“ (Experimentierstation Nr. 42)

 Aktuelle Nutzung der eigenen zehn Experimentierstationen

Die zehn selbstgebauten Phänomene, die immer wieder neugierig machen und den kindlichen Forscherdrang wecken, werden zur Zeit auf zwei verschiedene Arten genutzt:

Zum einen verleihen wir die zehn Experimentierstationen als „Miniphänomenta der Grundschule Isselhorst“ an interessierte Schulen in der Umgebung, so zum Beispiel die Grundschule Schröttinghausen.

Zum anderen steht – wenn unsere Phänomene nicht entliehen sind – ein „Phänomen des Monats“ in der Eingangshalle, das im Rahmen des Sachunterrichts mit den Kindern erforscht werden kann und natürlich auch durch seine Präsens immer wieder Kinder zum Ausprobieren, Erproben, Erforschen und Staunen anregt.